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Meine Jahre mit der Country Music

Unter diesem Titel habe ich bis Juli 2010 3 Bände verfasst, aus denen ich in der nächsten Zeit nach und nach einige Textbeispiele auf der Startseite dieser Homepage zugänglich mache. Band 1 schildert meine Erlebnisse und das Erlebte mit und für die Country Music seit 1955 (114 Seiten). Band 2 beinhaltet meine geschriebenen Beiträge in der "European Hayride" und im "Western Saloon" in den Jahren 1961 bis 1964 (116 Seiten). Band 3 ("Schreiben und reden für die Country Music: Die nächsten Jahre"/332 Seiten) beginnt 1973 und beinhaltet meine Beiträge für die Zeitschrift "Country Corner", viele Manuskripte für die Südfunk-Sendungen "Country Corner" und "Musikpodium International" (SWR), andere Country-Zeitschriften und verschiedene Tageszeitungen sowie sämtliche Beiträge, die ich für deutsche Plattenfirmen verfasst habe. Band 4 ist im Entwurf fertig gestellt und enthält u. a. auf 100 Seiten die interessantesten Beiträge meiner früheren Sendungen "Stars´n´Stripes" bei RMB-Radio in Waiblingen.

Einleitung
“Meine Jahre mit der Country Music” – im 1. Teil des Buches sind es die Erlebnisse, das Erlebte mit und für die Country Music: Das Kennenlernen und die ersten Erfahrungen, die ich gemacht habe, der Drang zum Schreiben und der Drang zum Mikrofon. Das gesprochene Wort, die vielen Sendungen sind auf unzähligen MusiCassetten dokumentiert, das geschriebene Wort in den Schriftwerken ab Januar 1961. In „Meine Jahre mit der Country Music“ Teil 2 bringe ich viele Beiträge, auch einige der wesentlichen Beiträge über die Country Music und deren Protagonisten in Erinnerung, die ich in eigenen Werken und später auch anderswo verfasst habe.

Geschrieben über die Country Music habe ich in meinem Leben viel. Zuerst waren es – auch schon in Buchform handschriftlich festgehalten – seit dem 8. August 1959 sämtliche der in den AFN-Sendungen „Hillbilly Reveille“, „Stickbuddy Jamboree“, „Hillbilly Hitparade“, „Grand Ole Opry“ und “Five String Concert“ aufgenommenen Musiktitel. Das Dokument, in dem ich anfangs manchen Namen eines Sängers total falsch niederschrieb: Johnnie Tillison (Johnny Tillotson), Roy Sorowsky (Roy Drusky), Gene Shepard (Jean Shepard), The Arthur Brothers (The Osborne Brothers), Marvin Ennsly (Melvin Endsley), Bug Owens (Buck Owens), Rose Matics (Rose Maddox), Bill Reese (Del Reeves). Ach ja, waren das noch Zeiten!

Zu den ersten handschriftlichen Aufzeichnungen gehörte dann auch ein Verzeichnis der Sänger, Sängerinnen und Gruppen (mit eben den obigen Fehlern), eine Aufstellung “Wer sang was und wer spielte was? Hillbillies geordnet nach ihren Interpreten“. Diese ersten Aufzeichnungen in 2 Bänden endeten mit den Einträgen einer Country-Sendung des AFN Munich mit Bill Sellers am 3. Juli 1961. Am 8. August 1959 war der erste notierte Musiktitel „Lonesome Old House“ mit Don Gibson und am 3. Juli 1961 der letzte „Careless Darling“ mit Little Jimmie Dickens. Am 25. August 1960 schrieb mir AFN-DeeJay Jim Carter anlässlich eines Besuchs beim AFN München in dieses „Tagebuch der Country-Aufnahmen“ die folgende Widmung: „To Hauke – a real great hillbilly fan. May you live to a ripe old age listening to good country music. Here´s wishing you the best of luck in the future! A friend always, Jim Carter”.

 Ab 1961 bis 1964 folgten dann die Jahre des Schreibens der „European Country & Western Hitparade“, der „European Hayride“ und des „Western Saloon“. Vieles ist aus jenen Tagen - chronologische geordnet - auf dieser Homepage in "Memories" und hier in "Wie war das mit der Country Music in Deutschland ab Mitte der 50er Jahre" nachzulesen. Die nachfolgenden Beiträge sind der "European Hayride" entnommen.

"European Hayride" Februar 1963: Einige Country Neuigkeiten - Noch vor einigen Jahren galt Ray Price als einer der erfolgreichsten Country Sänger  bei uns. Aufnahmen wie „Letters Have No Arms“, „Kissing Your Pillow“, „City Lights“, „Heartaches By The Number“ und “Same Old Me” verhalfen ihm zu größter Popularität. Nach zweijähriger Pause im AFN-Äther setzt er nun seine Erfolgsserie mit “Pride” fort. – Die Library Of Congress in Washington hütet einen Schatz, der wohl jedem Hillbilly-Anhänger das Herz höher schlagen lässt. Ca. 13.000 Folksongs – vornehmlich aus der Zeit der ersten Besiedlung Amerikas – bilden einen unerschöpflichen Quell für neue Country Songs. Als einziges ausländisches „Volkslied“ befinden sich in der Library Of Congress Noten und Text des Liedes „Auf wiedersehn“. – Im Rahmen der Sendereihe „American Music Hall“ brachte AFNs Woody Gosnell am 10. Januar eine Gedenksendung anlässlich des 10. Todestages von Hank Williams. Unser Eindruck: wenig Worte bei sehr guter Musikauswahl. Gosnell übersah nur, dass Hank Williams nicht am 10. sondern am 1. Januar 1953 starb.

"European Hayride" März 1963: Johnny Cash ist vom 8. Februar bis 17. Februar 1963 auf Tournee in Deutschland gewesen. Seine Shows in Kitzingen, Baumholder, Giessen, Schweinfurt, Stuttgart, Wiesbaden, Heidelberg und Karlsruhe waren jedoch nur amerikanischen Armee-Angehörigen vorbehalten. Wir setzten uns mit der Agency in Frankfurt in Verbindung, die jedoch keine Möglichkeit für einen Auftritt vor deutschem Publikum sah. AFNs groß angekündigte Special-Show mit Cash fiel kurzer Hand einer Erkältung von Woody Gosnell zum Opfer. Unsere Frage in diesem Zusammenhang: War eigentlich niemand außer Gosnell fähig, einen Sänger namens Johnny Cash in seiner Sendung vorzustellen?

Kritik an den Country-Sendungen von AFN. Die Country-Sendungen des AFN geben wieder einmal Anlass zur Kritik: Sie werden zu einseitig gestaltet, und es fehlt das belebende Moment. Bill Sellers führte Mitte Januar 1963 einen wöchentlichen Wettbewerb zwischen jeweils drei Sängern ein. Eine tolle Idee! Dann ergab eine Übersicht, dass 80 bis 90% der gespielten Lieder Oldies sind. Wesentlich zu kurz schneiden die neueren Aufnahmen ab. Auch aus der Request-Sendung wurde eine andere gewöhnliche Sendung ohne Berücksichtigung der Hörerwünsche. Auch Woody Gosnells Sendungen sind zu einseitig zusammengestellt. Zu einer großen Enttäuschung wurde die ganz kurzfristig abgesetzte Sendung mit Johnny Cash. Jaja, die Grippe geht halt um! Bill Sellers gestaltete am 15. März 1963 seine letzte „Stickbuddy Jamboree“-Sendung. Nach über 2jähriger Tätigkeit als C&W-DeeJay beim AFN verließ er noch im März Deutschland. Für ihn übernehm Woody Gosnell die Nachmittagssendung.

Ned Miller: Ned Miller, der sein „Dark Moon“ an einem Wolken verhangenen Abend auf einer Fahrt entlang der Pazifik-Küste in Malibu schrieb – von dieser Aufnahme wurden mehr als 1 Million Kopien verkauft – erwarb sich seine erste Gitarre im Alter von 9 Jahren in Salt Lake City. Das Geld dafür beschaffte er sich, indem er Feuerholz schlug und anschließend verkaufte. Die ersten Akkorde brachte ihm seine Mutter bei. Sein Lerneifer wurde unterbrochen, als er zur US-Navy eingezogen wurde. Er diente 3 Jahre im Südpazifik: Midway, Okinawa und Hiroshima hießen die Stationen. Wieder entlassen drängte es ihn, nach California zu gehen, wo er Fabor Robinson begegnete. Aus dieser geschäftlichen Beziehung gingen einige hundert Lieder hervor, die Ned Miller geschrieben hat. Einige seltsame Lieder waren dabei, die aber ausnahmslos ihren Weg zum Publikum fanden. Es folgten seine größten Erfolge „Dark Moon“, „From A Jack To A King“ und „Parade Of Broken Hearts“. Die zwei letzten Titel sind kürzlich in einer Neuauflage in Originalfassung auf dem Fabor Label erschienen. Das neueste von ihm komponierte Lied ist Faron Youngs „Safely In Love Again“.

Ned Miller: From A Jack To A King/Parade Of Broken Hearts     Fabor 114
Es ist zu wünschen, dass jedermann die Ankündigungen über Ned Millers neue Fabor-Single Ernst genommen hat. Diese Platte kann als die schlechthin größte Überraschung des Jahres 1962 gelten – wenigstens für uns AFN-Hörer. Denn nicht wie in vielen anderen Fällen handelt es sich um Zweitfassungen.
Es sind die beiden Original-Aufnahmen!

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Bericht fortgesetzt am 19. Juli 2010:

In meinen wöchentlichen Sendungen „Stars´n´Stripes“ von Oktober 1996 bis November 1999 bei RMB-Radio in Waiblingen habe ich viele Beiträge über Amerika verfasst und gesprochen, die sich mit Dingen befassten, die für uns ungewohnt, teilweise auch seltsam anmutend und gar nicht so selbstverständlich waren und sind. „Stars´n´Stripes“ war keine Country-Sendung, das sollte vom Sender aus nicht sein. Und dennoch konnte ich immer wieder Country-Aufnahmen über das vom Sender „verordnete Maß“ zusätzlich reinmogeln. Die Antipathie gegen die Country Music war schon Mitte der 90er Jahre nicht zu verheimlichen. Auf jeden Fall konnte ich mannigfaltig Beiträge über Ereignisse, Zustände, für uns Europäer Ungewohntes, Selbstverständliches und manchmal auch Verrücktes in den Wortbeiträgen unterbringen. Einfach nur ein Lied ansagen, ein Lied absagen, die Musiktitel mit Werbeblöcken unterbrechen – das war nicht mein Ding. Also abonnierte ich die Tageszeitung „USA Today“ und suchte Aktuelles und Beiträge zum Beispiel für die Rubrik „Crazy America“. Ich vermischte diese Beiträge mit eigenen Erkenntnissen und eigenen Erlebnissen in den USA. Die Beiträge, die Sie jetzt lesen, stammen aus der Sendung vom 13. Oktober 1996.

Nashville und der Schmuse-Sound
Vor 2 Wochen war in den USA Country Music Week! Für die Öffentlichkeit das auffallenste Ereignis war die 3stündige Übertragung der Award Show 1996 im Fernsehen, in deren Verlauf auch die neuen Mitglieder der Country Music Hall Of Fame proklamiert wurden. Das ist eine Auszeichnung für die Tüchtigsten und für solche Künstler, die Bahnbrechendes in der Country Music geleistet haben. Für Patsy Montana kam diese Auszeichnung etwas zu spät. Sie starb im Frühjahr dieses Jahres. Sie wurde posthum für den ersten Million-Seller geehrt, den eine Country-Sängerin überhaupt hatte. Für einen anderen Künstler kam diese Auszeichnung auch bemerkenswert spät: Allerdings hatte Buck Owens selbst ein gerüttelt Maß an Schuld daran, weil er in früheren Jahren allzu flott Kritik am offiziellen Nashville übte. Und das hörte man nun überhaupt nicht gern. Und mit Nashville hatte Buck Owens ohnehin nicht viel am Hut: Er baute sich in den 60er und 70er Jahren sein Produktionszentrum in Bakersfield an der Westküste auf - damals die reine Provokation. Buck Owens brachte aber in jenen Jahren mit seiner Musik endlich mal wieder einen frischen Sound in den allzu schmusigen Nashville Sound. Buck Owens hörten Sie eben. Und wer sonst noch rein kam in die Hall Of Fame, das sage ich Ihnen etwas später. (Stars´n´Stripes am 13.10.1996)

Ray Price - Heartaches By The Number
Zum zweiten Country-Beitrag in Stars & Stripes. Ich erzählte Ihnen eingangs etwas über die Country Music Week in den USA und ganz speziell über Patsy Montana und Buck Owens, die als neueste Mitglieder in die Country Music Hall Of Fame einzogen. Dritter im Bunde in diesem Jahr ist der Sänger Ray Price, ein Texaner, der nicht all zuviel redet aber als 70jähriger noch ganz munter auf den Beinen steht. Ich hatte das Glück, ihn in den letzten 2 1/2 Wochen dreimal in Konzerten und Auftritten zu erleben. Ein Glück, auf das ich zeitlebens allerdings gewartet hatte. Ray Price war derjenige, der Mitte der 50er Jahre astreine Country Music machte, als Elvis und Co. die ganze Welt in Rock´n´Roll ertränkte. Und Mitte der 60er Jahre drehte ausgerechnet dieser Ray Price den Spieß um und verseuchte nach Ansicht der Country Freaks die Country Music mit einem orchestralem Geigensound, der ihn viele, viele Sympathien kostete aber auch unendlich viele neue Anhänger bescherte. Damals näherten sich die Country- und die Pop-Welt zum ersten Mal richtig. Ja, und wenn Sie mich jetzt fragen, was er sonst noch so gesungen hat, dann erwähne ich ein Musikstück, das sicherlich jedem in irgendeiner Weise einmal untergekommen ist - in Form des deutschen Schlagers “Ich zähle täglich meine Sorgen” zum Beispiel oder in einer Interpretation des Sängers Guy Mitchell. Vielleicht erinnern Sie sich ja noch? Ray Price sang das Original: Heartaches By The Number. (Stars´n´Stripes am 13.10.1996)


Bericht fortgesetzt am 25. Juli 2010:

Das Thema "Garth Brooks" in der Sendung "Stars´n´Stripes"
Über Garth Brooks: Über Garth Brooks muss man eigentlich sehr viel sagen: Seine Sache ist es nicht in letzter Zeit, in den letzten Jahren, einzelne Top-Songs zu haben. Seine Stärken sind seine LPs respektive jetzt CDs, die ausnahmslos alle Rekorde schlagen. Seine Stärken sind seine Shows, nach denen sich die Fans reißen, in denen er die Seele zum Kochen bringt. Und doch sieht er, wenn man ihn sich in TV-Interviews anhört und anschaut, so aus, als könne er niemand ein Haar krümmen: Bescheiden, der brave ältere Sohn aus der Nachbarschaft - aber ein Mann mit Charisma. Da stand er Ende September auf der Bühne der Grand Ole Opry in Nashville vor 4000 schreienden, jubelnden und klatschenden Zuschauern und strahlte in die Menge. Er strahlte und strahlte, und dann kam ein nettes “Hi”. Dieser Marktstratege weiß auf die Sekunde genau, wann er was und wo und wie auch immer zu tun hat. Ganz ohne Band, solo nur mit Gitarre sang er sich in die Herzen seiner Zuschauer: “If Tomorrow Never Comes”. Man spürt, dass dieser Mann etwas vom Business versteht, selbst lenkt und nicht gelenkt wird. (Stars´n´Stripes am 20.4.1997)

Garth Brooks-CD nur bei McDonald´s: Garth Brooks - "New Way To Fly". Diese Aufnahme ist auch Teil einer speziellen Zusammenstellung, die es im Sommer 1994 für kurze Zeit mal bei McDonald´s in den USA gab. Sie zählt natürlich nicht in der offiziellen Zählung seiner CDs. Sechs sind es bis jetzt, und demnächst erscheint die siebte mit dem Titel SEVENS. Am vergangenen Montag kam die erste Single aus diesem Album auf den Markt, "Two Pina Coladas", ein Lied mit Karibik-Einschlag, das wir noch nicht vorstellen können, denn so schnell klappt das natürlich hier bei uns immer noch nicht. Aber immerhin haben Sie schon mal die News. Seit Montag gibt es die neue Garth Brooks-Single in den USA. (Stars´n´Stripes am 13.7.1997)

Garth Brooks ein weiteres Mal: Garth Brooks! „Wolves“ hieß diese Aufnahme, eine ältere Aufnahme schon. Bis zur jetzigen Minute hat sich Garth Brooks nicht erweichen lassen, die längst angekündigte Single und noch viel weniger die CD „Sevens“ zu veröffentlichen. Da kann nun dahinter stecken, dass er sich sehr wichtig machen will, aber da kann auch eine Rolle spielen, dass er allen auch nur erdenklichen Schwächen des Vertriebs, der Promotion, der Jahreszeit und was weiß ich noch alles aus dem Weg gehen will. Letzteres ist es dann wohl auch. Aus irgendeiner Zeile meine ich nämlich herausgelesen zu haben, dass er erst mal zuwarten will, wie sich das Management seiner Firma in Nashville entwickelt. Das Management seiner Plattenfirma meint er damit. Wenn die Platte dann so gut ist, wie die Warterei, dann soll´s nur recht sein. Inzwischen hat er am vergangenen Wochenende in Chicago neue Maßstäbe gesetzt, als 139.000 Tickets für 8 Konzerte Ende Oktober und Mitte Dezember innerhalb von 4 Stunden verkauft wurden. Alle 8 Konzerte sind ausverkauft. (Stars´n´Stripes am 12.10.1997)

Es ging dann alles ganz schnell, hastig schnell sogar: In der Woche, als Elvis vor 20 Jahren starb, flatterte bei einzelnen Radio-Stationen in den USA eine CD-Single auf den Tisch, die sich als Schwarzpressung herausstellte: Garth Brooks hatte just sein Central Park-Konzert in New York abgespult, und da passte ja eine neue Aufnahme von ihm ganz gut in die Landschaft. Die schwarz gepresste CD-Single enthielt die Duett-Aufnahme „In Another´s Eyes“ mit Garth Brooks und Trisha Yearwood, und die Gelackmeierten waren nun alle die Radio-Stationen, die dieses Lied mangels Masse nicht spielen konnten. Die beschwerten sich, und MCA in den USA brachte im Schnellverfahren die offizielle Single schon am 18. August auf den Markt. Die dazugehörige CD folgte dann am 26. August. Und wenn Sie die Aufnahme nun suchen sollten: Sie ist auf keiner Garth Brooks-CD zu hören, auch nicht auf der neuen, die demnächst kommen soll. In Another´s Eyes” ist zu hören auf der Trisha Yearwood CD “Songbook: A Collection Of Hits”. Und hier natürlich bei uns. (Stars´n´Stripes am 19.10.1997)

Boss Garth Brooks: Aber die ganz große Aufmerksamkeit hat in dieser Woche wieder einmal Garth Brooks auf sich gezogen: Am Mittwoch gab er in Nashville eine Pressekonferenz, und er gab sich ganz als Boss, und zumindest bei Capitol in Nashville ist er der Boss: Hat er doch in den letzen Wochen und Monaten drastische personelle Änderungen im Management der Plattenfirma bewirkt, etwas wohl Einmaliges in der Schallplattenindustrie, dass ein Sänger diesen Einfluss hat und noch viel mehr: Denn erst jetzt erscheint sein vor Monaten bereits angekündigtes Album „SEVENS“. Genau am 25.November. Als Grund für diese Verzögerung gab Garth Brooks an, dass er dem alten Management nicht viel zugetraut hat. Eine weitere seiner erfüllten Bedingungen: EMI muss auf Anhieb 5 Millionen der neuen CD genau am 25. November auf den Markt bringen und die Werbekampagne muss dreimal so groß sein wie die für seine letzte im Oktober 1995 veröffentlichte CD „FRESH HORSES“. Die CD „SEVENS“ enthält 14 Titel, von denen Brooks sechs selbst bzw. mit schrieb, 14 Aufnahmen, die mit seinen früheren Aufnahmen zu vergleichen sind. Offensichtlich hat er selbst wohl auch die Nase voll von den sehr modernen Titeln auf „FRESH HORSES“. Das ist im Augenblick mal die allerneueste Meldung aus dem Country-Lager und so neu noch, dass es natürlich noch keine Aufnahme aus diesem Album gibt. Aber wie gesagt am 25. November erscheint das Garth Brooks-Album „SEVENS“, und ich nehme mal an, dass es um diesen Tag herum auch in den deutschen Schallplattenläden ausliegt. (Stars´n´Stripes am 9.11.1997)

Dieser Beitrag wird laufend ergänzt.

Vollständige Seite "Meine Jahre mit der Country Music"

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Frankie Miller
"Blackland Farmer -Starday Recordings"
Bear Family BCD 16566 CH (3 CDs)
Mit 100-seitigem Booklet

Es war die Musik von Frankie Miller, die uns Youngster Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre zur Country-Raserei brachte – und es war eine ganz bestimmte Aufnahme des Texaners, der uns Tag für Tag an AFN-Radio band. Morgens um 6 Uhr 05. Tagsüber um 15 Uhr 05 ging nur selten – die Ausbildung oder Arbeit ging vor. „Blackland Farmer“ hieß der Wundersong, der sich in die Erinnerung eingrub ähnlich wie „Say Pardner“ mit den Cowboys & Indians. Aber es waren auch die anderen Songs von Frankie Miller, die zu Dauerbrennern in AFNs Country-Sendungen mutierten: „Baby Rocked Her Dolly“, der „Family Man“, „Looking Around Downtown“, „A Little Bit´s Better“ und „Losing Again“. Und dann kam der alles umwerfende „Tornado“ – alles wie gesagt 1959 und 1960. Und ein Jahr später ordnete sich „The Picture At St. Helene“ noch ein.

AFN war bekannt dafür, dass seine DeeJays in „Stickbuddy Jamboree“, „Hillbilly Gasthaus“ und „Hillbilly Reveille“ auch Sänger und Sängerinnen vorstellte, deren Lieder im Homeland USA eher eine unbedeutende Rolle spielten. Frankie Miller stand in jenen Jahren bei der im US Music Business eher unbedeutenden Firma Starday Records unter Vertrag. Deren Künstler erlangten im AFN-Sendebereich hierzulande jedoch eine große Prominenz – letztlich durch einen genialen Einfall. Der „Old Hillbilly Drifters“-Club mit Sitz in Basel hielt seine Mitglieder dazu an, sich in den AFN-Sendungen speziell bei Starday Records veröffentlichte Aufnahmen für den „Old Hillbilly Drifters“-Club zu wünschen – mit dem Ergebnis, dass der Club in aller Munde war und insbesondere die herb klingende Country Music von Frankie Miller recht populär wurde. Ein Wunder allemal, denn jeder wollte plötzlich Starday-Platten besitzen, die AFN populär machte, obgleich AFN damit gegen die eigenen strengen Regeln verstieß: AFN durfte viel spielen mußte aber jeglichen Hauch von Kommerzialität vermeiden. Der „Old Hillbilly Drifters“-Club verhalf dann zum Rest des Glücks und beschaffte die Platten – auch die von Frankie Miller. Frankie Miller und seine Starday-Aufnahmen verhalfen damals der jungen Country-Szene in Deutschland so zum ersten Selbstbewusstsein.

Man bedenke: Die Informationen über die Country Music in der Frühzeit Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre waren sehr dünn gesät. Den AFN-Hörern entging auch, dass Frankie Millers Leitsong „Blackland Farmer“ noch ein anderes Wunder vollbrachte. Die Starday-Single 424 „Blackland Farmer/True Blue“ ist m. E. die einzige Country-Single in der Geschichte der Country Music, die es zweimal schaffte in Billboards Country Hitparade zu gelangen: Die Karriere des „Blackland Farmer“ begann am 13. April 1959 für 19 Wochen mit Platz 5 als Spitzenposition. In der Folge erschienen die Singles „Family Man/Poppin´ Johnny“ (Starday 457) und „Baby Rocked Her Dolly/Rain Rain“ (Starday 496). Und dann tauchte plötzlich die “Blackland Farmer”-Single 424 am 17. Juli 1961 erneut auf – diesmal zwar nur 5 Wochen lang mit der Bestplatzierung #5 in den Country Charts (und Platz 82 in den Pop Charts).

Und nun ist es im Februar 2008 Wirklichkeit geworden – fast 50 Jahre danach: Das komplette Starday-Material von Frankie Miller (und mehr) ist bei Bear Family Records auf 3 CDs erschienen. Hier in Deutschland, was das Wunder um Frankie Miller zu einem Abschluss bringt. Insgesamt 91 Aufnahmen (darunter einige Alternativ-Aufnahmen, auch Erstveröffentlichungen, mehrere King Records-Aufnahmen und 5 Wortbeiträge). Und derjenige, der dieses Wunder vollbrachte, hat die frühen Zeiten der Country Music miterlebt und weiß nur zu gut, welchen Riesengefallen er den True-Blue-Country-Anhängern damit tut! Danke schön und thanks a lot. Und Frankie Miller wird bei seinen Auftritten im Ernest Tubb Record Shop in Fort Worth ähnlich fühlen.
Hauke Strübing, 11. Juli 2010
 

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"Texas-Ort" im Angebot
Unter diesem Titel las ich heute morgen in der Tageszeitung: Mit einem Mausklick - und 1,78 Millionen Euro - können sich Immobilienfreunde einen ganz besonderen Wunsch erfüllen: Beim Internet-Auktionshaus Ebay wird eine ganze Ortschaft in Texas versteigert. Albert heißt dieser Ort in Texas. Nanu, denke ich, Albert heißt der Ort? Was ist dieses Albert?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Albert wurde im 19. Jahrhundert von einem deutschen Auswanderer gegründet, der den Namen Albert Luckenbach hatte, und der etwas später nur einige Meilen entfernt einen weiteren Ort gründete namens Luckenbach.

Richtig, genau um jenes Luckenbach in Texas handelt es sich, das Waylon Jennings 1977 besang und weltweit bekannt machte.
(veröffentlicht am 2. November 2007)

Mehr über Luckenbach, Texas finden Sie hier.

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Am 28. Oktober 2007 starb
Porter Wagoner
(zu Beiträgen über Porter Wagoner klicken Sie bitte hier)
Meine Erinnerungen an Porter Wagoner habe ich am 2. November verfasst.

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Mein Credo vom 5. Juni 2007
Eines der Hauptprobleme der modernen Country Music resultiert aus der Tatsache, dass - mit Ausnahme von George Jones, Merle Haggard, Loretta Lynn und Porter Wagoner (seine neue CD "Wagonmaster" erschien heute in den USA) - fast alle Künstler der Hillbilly-Nachkriegszeit, die der Country Music ihre Seele gaben, entweder gestorben sind oder keine Aufnahmen mehr veröffentlichen. Darunter leidet die Entwicklung der modernen Country  Music enorm. Der Anfang vom Ende ist in vollem Gange. Bestenfalls noch Pop mit einem Hauch von Country-Erinnerung ist zu hören, zu spüren - oder auch schon nicht mehr.


Hauke Strübing

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Im Alter von 76 Jahren starb
Buck Owens

am 25. März 2006 in seinem Haus in Bakersfield, CA.
(zu den Buck Owens Beiträgen)

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Am 16. August 2007 jährte sich der Todestag von Elvis Presley

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Meine Empfehlung vom 2. Juli 2007
Die Seite www.countrysplitters.at führt ein interessantes Forum - etwas was bei uns in Deutschland inzwischen - aus gutem Grund - zur Seltenheit geworden ist. Interessant in NEWS (Neues + Aktuelles) die Themen "Neue CD´s" und "Yesterday´s Wine" - der mundet besonders gut.
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6. April 1957 - 6. April 2007

Was sagen diese Daten? Nicht viel - und doch viel. Der 6. April 2007 ist die 50. Wiederkehr meines größten Versäumnisses in Bezug auf die Country Music. Lassen Sie mich mal etwas in meinen Erinnerungen kramen: 1957 - mein letztes Schuljahr hatte gerade begonnen. Das Abi steht vor der Tür. Am 24. Februar hatte ich meinen ersten Opernbesuch absolviert in meinem damaligen Wohnort Giessen: "Der Liebestrank" von Gaetano Donizetti begeisterte mich - und tut es noch heute. Musik lag mir immer schon im Blut. Alles was schön klingt, sagt mir zu. Und dazu gehört in erster Linie auch die Country Music, von der in damaligen Jahren noch nicht all zuviel bekannt war.
Also: Ich höre AFN, ich höre Country Music, ich lebe in Giessen, und dann passierte an jenem 6. April 1957 etwas, was sich mir allerdings erst viele, viele Jahre später ins Bewußtsein drängte. Keine 2 - 3 km Luftlinie entfernt tritt Jim Reeves um 20 Uhr 30 im Belvoir Theatre in einer US-Kaserne auf. Als ich das durch Zufall Jahre später realisierte, fasste ich mich an den Kopf: Wie blöd doch! Da hatte ich Beziehungen zu einer amerikanischen Familie in Giessen, und ich erinnere mich auch noch daran, dass die Hinelines mir damals den Zugang zu eben diesem Kino im Kasernenbereich ermöglichten, damit ich mir James Dean in "Giants" im Original ansehen konnte. Und Jim Reeves? Der ging so einfach still und leise in 2 bis 3 km Luftlinie an mir vorbei. 50 Jahre später komme ich noch immer nicht darüber hinweg.

Die nachfolgende Aufstellung ist nicht die Liste der verpassten Gelegenheiten.
Diese Zusammenstellung enthält alle Sänger, Sängerinnen, Gruppen und andere Persönlichkeiten der Country Music, die ich dann im Laufe der Jahre und Jahrzehnte in irgendeiner Form erlebt habe.

Es begann alles am 29. Oktober 1960 in München mit Roy Acuff:

Roy Acuff - 29.10.1960 München, Nashville, Frankfurt
Paul Yandell - München
Bashful Brother Oswald (Beecher Kirby) - München, Nashville, Frankfurt
Trace Adkins - Phoenix, Arizona, Nashville
Alabama - Nashville
Amazing Rhythm Aces - Stuttgart
Bill Anderson - Nashville, Bakersfield, Nashville, Nashville
Ernest Ashworth - Nashville
Asleep At The Wheel - Huntington Beach
Rodney Atkins - Nashville
Hoyt Axton - Stuttgart
Steve Azar - Los Angeles, Universal City
David Ball - Freer, Texas
Marcia Ball - Dallas, Texas
Earl Ball - Nashville, Böblingen
Moe Bandy - Branson, Missouri
Bobby Bare - Nashville
Bellamy Brothers - Frankfurt
Molly Bee - London
James Belushi, Los Angeles, Universal City
Ray Benson - Huntington Beach
Clint Black - Dallas, Texas
Don Bowman - Branson, Missouri
Boxcar Willie - Frankfurt, Branson, Missouri
John Brack - Frankfurt
Harold Bradley - Frankfurt
Garth Brooks - Stuttgart, Nashville
Brooks & Dunn - Dallas, Texas, Nashville
Jim Ed Brown - Nashville, Nashville, Nashville
T. Graham Brown - Nashville
The Buckaroos - Bakersfield, Bakersfield, Bakersfield
Jimmy Buffett - Nashville
Billy Burnette - Nashville (Tower Records)
Cactus Brothers - Nashville
Tracy Byrd - Freer, Texas, Nashville
Bill Carlisle - Nashville , Nashville, Nashville
Anita Carter - Frankfurt-Hoechst
June Carter - Frankfurt-Hoechst
Mother Maybelle Carter - Frankfurt-Hoechst
Helen Carter - Frankfurt-Hoechst
Johnny Carver - London
Johnny Cash - Frankfurt-Hoechst, Böblingen, Frankfurt, Stuttgart, Hendersonville,Tennessee
Rosanne Cash - Böblingen
Cass Family - Branson, Missouri
Gary Chapman - Nashville
Kenney Chesney - Nashville
Mark Chesnutt - Nashville
Clark Family Experience - Nashville
Bill Clifton - London, Schorndorf
Jerry Clower - Nashville
Roy Clark - Branson, Missouri
David Allan Coe - Fort Worth, Texas
Mark Collie - Nashville
Tommy Collins - Frankfurt

Buck Owens - Ludwigshafen (2.April 1989), Nashville, Bakersfield, Bakersfield, Bakersfield, Bakersfield, Bakersfield, Bakersfield

Jessi Colter - Stuttgart
Commander Cody - Frankfurt
John Conlee - Frankfurt
Elizabeth Cook - Nashville
Wilma Lee Cooper - Nashville
Helen Cornelius - London
Floyd Cramer - Frankfurt
Dave & Sugar - London
Gail Davies - Fichtenberg, Bühl
Skeeter Davis - Nashville
Billy Dean - Nashville
Penny DeHaven - Nashville
Desert Rose Band - Nashville
Little Jimmy Dickens - Crailsheim, Nashville
Joe Diffie - Nashville
Doug Dillard - Nashville
Lonnie Donegan - Frankfurt
Jimmie Driftwood - Mountain View, Arkansas / Mountain View, Arkansas
Roy Drusky - Frankfurt
Dave Dudley - Heilbronn, Sinsheim
Holly Dunn - Nashville
Jim Eanes - Roanoke, Virginia
Joe Ely - Dallas, Texas
Buddy Emmons - Frankfurt, Stuttgart
Don Everly - London, Frankfurt
Phil Everly - London
Barbara Fairchild - Branson/Missouri -Nashville, Tower Records
Donna Fargo - London
Freddy Fender - Frankfurt
Lester Flatt - Nashville

....und diese Liste wird immer weiter fortgesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

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